Neubau Augenklinik und Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, 3. Preis

Am Standort „Oberer Schnarrenberg“ wird ein „Zentrum für Neurosensorik“ entstehen. Universitätsaugenklinik und Forschungsinstitut für Augenheilkunde sollen dort in baulicher und synergetischer Erweiterung mit der bestehenden Hals-Nasen-Ohren-Klinik und dem Hörforschungsinstitut zusammengefasst werden und somit den Uniklinik-Campus Tübingen nach Westen hin arrondieren.

Städtebau Das vorgeschlagene Ensemble der Baukörper Augenklinik und Forschungsinstitut kann die zueinander verdrehten Raumbezüge aus dem Raster des Universitätsgeländes und der landschaftlichen Formation in sich aufnehmen und arrondieren. Ihre selbstähnlichen Figuren – dreiecksartig – gliedern im Norden den Straßenraum zu einer Abfolge von Platz- und Wegräumen, um dann vor dem Haupteingang der Augenklinik den Blick freizugeben in die Landschaft. Im Süden erzeugt der Baukörper des Forschungsinstituts einen platzartigen, räumlichen Abschluss der Hoppe-Seyler-Straße und des Uniklinik-Campus. Hier liegt der Eingang Forschung Augenheilkunde.



Architektur Augenklinik und Forschungsinstitut liegen wie zwei helle Kiesel in der Landschaft. Die Verzahnung der ruhig gegliederten Baukörper mit der Landschaft erfolgt an den Orten, an denen die Hanglandschaft und die Funktion dies selbstverständlich zulassen. Übergänge von Innen nach Außen prägen hier die Räume. Die Fassaden unterstützen die Plastizität und das Spiel von Licht und Schatten des Grundbaukörpers. Mit ihren erkennbar reliefierten, wechselnden Fensterflächen, -bändern, bzw. -loggien erzeugen sie, zusammen mit der Rhythmisierung der Fassade der Bettenzimmer, eine kraftvolle und ruhige Anmutung der kompakten Einzelbaukörper. Die kompakte Gebäudefigur und die funktionale Trennung unterstützen in hohem Maße eine „Klinik der kurzen Wege“. Der Eingangsbereich Klinik ist auch gleich die Hauptwartezone mit Blick in die Landschaft. Auf zwei Ebenen mit einer Galerie verbunden, warten hier die Patienten von einem linsenartigen Oberlicht belichtet an einem innen liegenden Grün. Die architektonische Haltung erzeugt eine Dichte in den Funktionsbereichen und offene Raumsituationen in den Aufenthalts- und Wartebereichen.

Raumprogramm und funktionale Zusammenhänge Die Klinik erhält mit zwei flächigen Geschossen Funktionsdiagnostik und OP, sowie zwei darüberliegenden Geschossen Pflege eine bewährte Organisation. Das Forschungsgebäude ist auf 3 Geschossen als Dreibund funktionell und wirtschaftlich organisiert und trägt damit der hohen Anzahl an Dunkellaboren Rechnung. In einem zweigeschossigen Wintergarten sind auch zwei der großen Seminar- und Besprechungsräume angegliedert. Er ist der landschaftsorientierte Raum für Kommunikation nach Innen und nach Außen.