Erweiterung der Forensischen Kliniken des Bezirksklinikums Regensburg, Anerkennung

Die forensische Klinik für Erwachsene des Bezirksklinikum Regensburg soll zu einem erheblichen Umfang erweitert werden. Gleichzeitig wird eine Klinik für Jugendforensik ergänzt. Für beide Kliniken wird eine große semi-industriell fertigende Ergotherapie eingerichtet. Zusätzlich werden die Entlass-Stationen und die Ambulanz neu gebaut und um eine ambulante Wohngruppe für die Jugendforensik ergänzt. Die Erweiterung erfolgt auf einem parkähnlichen, bis zu 14m fallenden Nordhang, innerhalb des Klinikums, südlich des ehem. Klosters. Die Gebäude 6 und 2 der bestehenden Klinik müssen baulich an die Neubauten angebunden werden.

Städtebau/Landschaftsraum Unterschiedliche Überlegungen für eine angemessene Verteilung der Gebäudemassen innerhalb des hochwertigen Standortes wurden angestellt. Wir schlagen aus folgenden Gründen eine Zusammenfassung der Kliniken in 3 Pavillons, eine landschaftliche Einbindung der Ergotherapie, sowie die Integration der Ambulanz /Entlassstationen (Haus 4 ) im Bereich des Straßenraumes der Haupterschließungsachse des Klinikums vor :

Kliniken -Die sinnfällig parallele Hangbebauung der bestehenden, t.w. historische. Bebauung wird ergänzt. -Die erhaltenen Freiräume stützen den grundsätzlichen Charakter des Bezirksklinikum. -Durch die bauliche Zusammenfassung bleibt sehr viel von der Parklandschaft erhalten. -Die äußeren Sicherungsmaßnahmen der Forensik können weitgehend unabhängig der Gebäude und der Parkbäume organisiert werden. Sie liegen nicht im unmittelbaren Blick der Patienten. -Alle Bettenzimmern haben dadurch einen freien Blick über Regensburg, ohne sich gegenseitig in die Fenster zu sehen.

Ergotherapie -Der Baukörper der Ergotherapie tritt durch seine Lage im nördlichen, tiefer liegenden Wettbewerbs-gelände, eingebunden in den Hang, lediglich als landschaftliche Terrasse in Erscheinung. Sein Dach bildet die Grundlage der großzügigen Gartenhöfe der Patienten.

Ambulanz/Entlassstationen (Haus 4 ) -Das Gebäude der Ambulanz/Entlassstationen (Haus 4 ) arrondiert mit den Gebäuden 29, 12, 28, ff. die Haupterschließungsstrasse zu einem angemessenen stadträumlichen Endpunkt. -Nicht ohne eine gewisse Metaphorik, findet somit die Funktion, die die gesellschaftliche Wiedereingliederung der Patienten sicherstellt, auch an einem der öffentlicheren Bereiche innerhalb des Klinikums seinen Platz. -Dadurch kann sich die große Gebäudemasse der Kliniken hinter dem alten und reichen Baumestand zurückziehen. Dies verschafft den sich dort teilweise über einen langen Zeitraum aufhaltenden Patienten die nötige Aufenthaltsqualität.

Gebäude/Funktion Der oben erwähnten städtebaulichen Annäherung liegen folgende funktionale Aspekte zu Grunde :

Kliniken -In drei Pavillons über einem Sockelgeschoss sind die Kliniken und Therapiestationen untergebracht. Die Klinik für Jugendforensik liegt unmittelbar über dem Eingangsbereich. Die unabdingbare Trennung der Wege der Jugendlichen von denen der Erwachsenen ist sicherstellt. In den zwei weiteren Pavillons sind die Therapiestationen der Erwachsenenforensik untergebracht.

-Die Kliniken bleiben individuell erkennbar.

-Die Erschließung der Stationen Jugend, bzw. Erwachsene erfolgt auf räumlich völlig getrennten Wegen, Treppen, Aufzügen. -Kurze, übersichtliche Wege, für die Ver- und Entsorgung, für das ärztliche und das pflegerische Personal sind so sichergestellt. -Das Sockelgeschoss der Pavillons mit Anlieferhof liegt auf Höhe des EG von Haus 6. Hier liegen die allgemeinen Funktionsbereiche. Es stellt die Verteilerebene dar. Von dort erreicht man auch Haus 2 und Haus 6 und die Ergotherapie.

-Jeder Bereich kann über zwei Flure erschlossen werden, Hilfe aus anderen Stationen im Krisenfall kann unmittelbar und schnell sichergestellt werden. -Auf den Stationen entstehen für die Patienten durch die Belichtung der großen Innenhöfe gut proportionierte Wohn-, Ess-, und Aufenthaltsbereiche. Ergotherapie -Der Betriebshof ist von den Wohn- und Klinikbereichen nicht einsehbar und stört nicht. -Die Ergotherapie kann auf völlig getrennten Wegen von den Patienten der Jugendforensik und denen der Erwachsenenforensik auch aus Haus 2 und 6 unmittelbar erschlossen werden.

-Eine hohe, verglaste Nordfassade sorgt für tiefen Lichteinfall.

Die Werkstattbereiche werden durch große Oberlichter belichtet. -Die Lagerräume liegen gegen das Erdreich. -Auf dem Betriebshof ist das Schleusen und Rangieren der LKW sicher gestellt.

Ambulanz/Entlassstationen (Haus 4 ) -Mit seiner baulichen Öffnung als Careé symbolisiert das Gebäude der Ambulanz/Entlassstationen (Haus 4 ) die eher öffentlichen Bereiche einer Forensik. -Auf knapp drei Geschossen liegen im EG die Ambulanz, im UG mit der gewünschten Verbindung zum Sicherheitsbereich die eine Halbstation für Erwachsene und im OG durch eigene Treppenhäuser erschlossen in einem Flügel die andere Halbstation für Erwachsene und die Wohngruppe der Jugendforensik. -Als eigenständiger Baukörper auch im Material und durch seine Ausrichtung soll er keinen unmittelbaren Sicht- und Raumbezug zu den Kliniken aufweisen. Was der Perspektive der Patienten dienlich ist. -Das Gebäude wird als erster Bauabschnitt erstellt.

Außenanlagen -Das Konzept der Aussenanlagen trägt maßgebend zu selbstverständlichen Integration der Baumassen in das Gelände bei und stärkt den Park ähnlichen Landschaftsraum.

-Die zu erhaltenden Baumgruppen bleiben erhalten und werden durch weitere Pflanzung durch Großbäume ergänzt. -Die Sicherungsmaßnahmen (Zäune) treten auf Grund der großen, grünen Freiräume in den Hintergrund. -Die Gartenhöfe der Jugendlichen und Erwachsenen können gegenseitig nicht eingesehen werden. Sie bieten unterschiedliche Aktionsqualitäten. Über eine leichte wellenartige Geländemodellierung werden räumliche Zonen geschaffen. Sie sind gut einsehbar. Von schattigen, überdachten Bereichen unter den Pavillons, die bei Regen dennoch einen Aufenthalt im Freien möglich machen, über kleine Sportzonen und Beete, bis hin zu von der Sonne beschienenen Liegeflächen, bieten die Gartenhöfe Kurzweil. -Die großen zusätzlichen Sportbereiche wie Beach-Volleyball, Skaterbereiche, etc. werden dem Sporthof abtrennbar zugeordnet.