ProjektEinst Hemden, heute Frost

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik, Sulzbach

Projekttafel

Aufgabe war die Transformation eines brachliegenden Industriekomplexes, ursprünglich für die Hemdenfabrikation Ende der 1960er Jahre erbaut, in einen zeitgemäßen, hochinstallierten Forschungs- und Laborbau für die industrielle Auftragsforschung. Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT ist ein Technologieentwickler und technischer Gerätehersteller. Die Forschungs- und Entwicklungsaufträge von privaten und öffentlichen Auftraggebern der produzierenden Industrie haben ihre Schwerpunkte in den Bereichen Labortechnologie, Theranostik und Medizintechnik. Von der Prototypenentwicklung über Feldtests bis hin zur Konstruktion und Fertigung wird die industrielle Auftragsforschung vom IBMT bearbeitet und umgesetzt.

An der Schnittstelle zwischen Bestand und Erweiterung entsteht ein großzügiger Haupteingang. Über das Foyer ist eine getrennte Erschließung der unterschiedlichen Bereiche des gesamten Instituts gegeben. Hier bietet sich die Möglichkeit für Präsentationen und Ausstellungen, Gäste können empfangen werden, Kommunikation wird gefördert. Ein klares Erschließungskonzept zoniert den vorhandenen Hallenbaukörper und gliedert diesen in flexible modulare Strukturen. Im Süden liegt hinter einer Membran, einem Screen aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Folie (ETFE), ein vorgelagerter Erschließungsweg.

In der Gebäudetiefe werden drei überdachte Lichthöfe eingefügt, um die angrenzenden Flächen auch für Büro- und Labornutzungen nutzbar zu machen und flexibler zu gestalten. Die Büros und Labore werden über zwei Geschosse organisiert, so dass das Hanguntergeschoss nicht als toter Raum von zukünftigen Entwicklungen abgehängt ist oder überdimensionierte Lagerfläche bleibt. In den Lichthöfen werden die Labore und Büros über eingestellte Stahlwendeltreppen miteinander verknüpft.

  • Der Um- und Erweiterungsbau für das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT sollte die technischen und funktionalen Aufgabenstellungen erfüllen, aber auch dem Bestand zu einer tragfähigen Perspektive verhelfen und zum Markenzeichen für die Biotechnologie, das Biomaterialbanking und die Kryotechnologie des Fraunhofer-Instituts werden.

  • Formal ist die Membran, ein dreilagiger Screen aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Folie, dem Duktus der Kryobehälter entlehnt. Er soll zwischen dessen runden Geometrien und der kubischen Industriearchitektur vermitteln.

     

  • Der über die spezifischen einzelnen Forschungstätigkeiten hinausgehende Gedanke an diesem Standort, ist die Kryobank, als Lebendsammlung über das Wissen der Natur. Die Kryosammlung bezieht sich dabei auf einzelne Zellen und ihre Archivierung.

  • Ein Ort, der Identität schafft und in Erinnerung bleibt.

» Das Stimulieren von Assoziationen durch das Gebäude ist uns wichtig, so soll die „Zellmembran“ als Baustoff die Arbeit des Instituts versinnbildlichen. «
Markus Hammes

Identitätsstiftende Fassade in städtebaulich heterogenem Industriegebiet:

  • Gestaltung und Materialität des Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE) Screens soll die Fassade zum Sprechen bringen
  • die architektonische Form, das gewählte Material und die eingesetzte Technologie werden zum Sinnbild für die Innovationskraft der Biomedizinischen Forschung und der einzigartigen Lebendsammlung von Zellen an diesem Standort
Standort

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik, Sulzbach

Forschung und WissenschaftIndustrie und Gewerbe
  • Joseph-von-Fraunhofer-Weg 1
  • 66280 Sulzbach/Saar
  • Deutschland

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